Keine Pitch Decks

Ein Pitch Deck ist eine Verkaufsshow. Dreißig Slides die beweisen sollen dass du der Richtige bist. Referenzen, Methodik, Timeline, Budget. Alles hübsch aufbereitet. Alles austauschbar. Jede Agentur kann das. Ich habe selbst genug davon gebaut. Irgendwann habe ich gemerkt dass die Decks die am meisten Arbeit gemacht haben am wenigsten mit dem zu tun hatten was danach passiert ist.

Die besten Projekte in meiner Laufbahn haben mit einem Gespräch angefangen. Jemand hatte ein Problem, ich hatte eine Idee. Kein Deck, kein Proposal, kein Dreizehn-Wochen-Plan. Einfach reden, verstehen, anfangen. In einem dieser Gespräche hat der Kunde nach zwanzig Minuten gesagt: okay, machen wir. Das war mehr wert als jede Folie.

Ich frage mich ob Pitch Decks nicht eigentlich ein Zeichen von Unsicherheit sind. Auf beiden Seiten. Der Kunde will Sicherheit dass er die richtige Wahl trifft. Die Agentur will Sicherheit dass sie den Auftrag bekommt. Aber echte Sicherheit kommt nicht aus Slides. Sie kommt aus dem Gefühl dass jemand dein Problem verstanden hat. Und das merkst du in einem Gespräch, nicht in einer Präsentation.

Vielleicht ist das naiv. Große Unternehmen brauchen Entscheidungsvorlagen, Procurement hat Prozesse, Budgets müssen genehmigt werden. Ich weiß nicht ob man ganz ohne Dokumente arbeiten kann. Aber ich frage mich ob es einen Weg gibt der mit dem Gespräch anfängt und das Dokument danach baut, nicht andersrum.