Begleitung statt Projekt
Agenturen definieren sich über Projekte. Projekt rein, Ergebnis raus, nächstes Projekt. Aber ich merke bei mir selbst: die wichtigen Veränderungen passieren nicht in Projekten. Sie passieren langsam, in kleinen Schritten, oft ohne dass ich es sofort sehe. Ein Projekt hat ein Ende. Die Probleme die es lösen soll haben keins.
Ich habe das bei Kunden erlebt. Du machst einen Scan, lieferst das Ergebnis, gehst. Sechs Monate später hat sich die Hälfte verändert und niemand hat es gemerkt. Nicht weil es egal war, sondern weil niemand hingeschaut hat. Der Scan war eine Momentaufnahme. Aber Firmen sind keine Fotos, sie bewegen sich die ganze Zeit.
Vielleicht ist die Antwort nicht ein besseres Projekt, sondern gar kein Projekt. Jemand der deine Welt begleitet und sicherstellt dass du erfährst wenn sich etwas ändert das deine Aufmerksamkeit brauchen könnte. Nicht als Berater, nicht als Coach. Als jemand der da ist. Dauerhaftes Monitoring statt punktuelle Intervention.
Ich frage mich ob das realistisch ist. Begleitung klingt nach unbegrenztem Zeitaufwand. Wie viele Kunden kannst du gleichzeitig begleiten, bevor du niemandem mehr richtig zuhörst? Und wie verkaufst du etwas dessen Wert darin liegt dass nichts Schlimmes passiert? Ich habe da noch keine gute Antwort.