Arbeit die fehlt
Die meisten Agenturen messen sich an Umsatz. An Projektzahl. An Teamgröße. Aber niemand fragt: was passiert wenn wir morgen aufhören? Würde jemand anrufen? Ich habe bei früheren Projekten manchmal nach sechs Monaten nachgefragt. Die Antworten waren ernüchternd. Nicht weil die Arbeit schlecht war, sondern weil sie austauschbar war.
Ich merke dass ich anders darüber nachdenke als früher. Früher war ein gutes Projekt eins das pünktlich und im Budget fertig wurde. Jetzt frage ich mich ob das reicht. Vielleicht ist die eigentliche Messlatte nicht Qualität, sondern ob jemand einen Unterschied spürt. Ob sich etwas verändert hat das vorher festgefahren war.
Ich will nur Arbeit machen die fehlt wenn sie weg ist. Das klingt einfach. Ist es nicht. Es bedeutet Projekte abzulehnen die Geld bringen aber nichts verändern. Es bedeutet weniger Kunden, dafür welche die wiederkommen weil sie gemerkt haben dass sich etwas bewegt hat. Ob das als Geschäftsmodell funktioniert, bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher.
Was mich beschäftigt: wie finde ich vorher raus welche Arbeit das sein wird? Bei mir war es bisher eher Zufall. Die Projekte die am meisten bewirkt haben waren selten die mit dem größten Scope. Es waren die wo ich früh ehrlich war. Wo ich gesagt habe was ich sehe, nicht was der Kunde hören wollte. Vielleicht ist das der Anfang einer Methode. Vielleicht auch nicht.